Mittwoch, 23. Juli 2008

Entdeckungen in Neufünfland

Beim Besuch unseres Ferienlagers auf Burg Lohra in Thüringen habe ich zwei Sakralbauten entdeckt. Wer dort vorbeikommt (A38/B80), sollte unbedingt anhalten. Das Finden ist etwas schwierig. Es gibt keine Wegweiser. Der Baedeker "Deutschland" (Jubiläumsausgabe) kennt die beiden Kirchen nicht.

Zunächst ist da die Kapelle der Burg Lohra, Man findet sie, indem man die B80, von Westen kommend, an der ersten Kreuzung hinter Niedergebra nach rechts in Richtung Friedrichslohra verläßt, den Berg hinauffährt und oben, wo die geteerte Straße nach rechts führt, links in den Schotterweg einbiegt. Wenn man meint, falsch zu sein, ist es richtig. Immer weiter fahren, bis rechts zwei Gruppenhäuser kommen, dort links parken und links den Weg nehmen, der zur Burg führt.



Betritt man die Doppelkapelle aus dem 12. Jahrhundert, kommt man zuerst in einen kleinen Narthex. Rechts öffnet sich die dreischiffige Unterkapelle (für die Knappen und Mägde).
Schön skulptierte Säulen und Kapitelle prägen diesen kraftvollen Raum. Im Chorraum steht leider kein Altar mehr. Die Bögen werden durch hölzerne Stützkonstruktionen gesichert, was den Raum noch eigentümlicher wirken läßt. In der Mitte der Decke befindet sich eine große rechteckige Öffnung, die den Kontakt zur
Oberkapelle herstellt.






Die Oberkapelle (für die Ritter und Herren) ist ein schlichter, einschiffiger Raum. Im Chor steht ein echter gotischer Altar mit lutherischem Rennaissance-Retabel. Auch Kanzel, Orgel- (bzw. Harmoniums-) Bühne und Kirchenmänke sind aus dieser Zeit. Ein Taufbecken (!) ist in der Mitte auf einem umfunktionierten Säulenfuß und -kapitell aufgestellt.

Die Burg - und die Kapelle - ist im Eigentum des Vereins
"Offene Häuser", der schon in der DDR-Zeit entstanden ist und das Ziel hatte, aufgelassene Sakralräume zu erhalten und als ideologiefreie Räume wieder zu eröffnen.



Fährt man zurück Richtung Bundesstraße, biegt man hinter Friedrichslohra (vor der B80) rechts ab Richtung Großwenden. Man folgt der Straße bis Münchenlohra, wo eine wunderbare kleine romanische Pfeilerbasilika aus dem 12. Jahrhundert steht. Anders, als der Ortsname es vermuten läßt, gab es hier ein Frauenkloster. Die Nonnenempore ist bis heute erhalten. Nach der Reformation wurde die Kirche verlassen und verfiel. Im 19. Jh. wurde sie wieder hergestellt. Die Zurück-zur Natur-Welle führte in den 1950ern zur Entfernung der historistischen Malerei.

Außen ist der Bau elegant. Über den Seitenschiffen ist ein sichtbares Strebewerk angebracht - für die Romanik extrem selten. Ein sächsischer Westriegel wird von zwei Treppentürmen flankiert. Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika mit Querhaus und drei Ostapsiden.

Der Raum ist wunderbar, hat eine gute Akustik und wird gekrönt von einem gotischen Altar aus einer nicht mehr existierenden Kirche in der Altmark.











Etwas merkwürdig ist die Nutzung der Apsis im nördlichen Querschiff. Wo einst ein Altar stand, hat man einen Haufen Steine aufgeschichtet und eine Kniebank davor gestellt. Es sieht so aus, als ob man jetzt die Steine anbeten soll...






Die Türen sind offen, man kann auf den Nonnenchor und in die Glockenstube, wo eine Schilling- und eine gotische Glocke hängen.

Ein Abstecher lohnt sich unbedingt.


Dienstag, 13. Mai 2008

Westfälischer Karneval

Ker, wat haben wir gelacht.
Zweimal fast.

Und einmal gar nicht.

Dienstag, 1. April 2008

Islam

Ist es das?

"Es ist irrational, es ist paranoid und ich glaube, es gibt nur ein Wort, um das zu beschreiben und das ist: Zivilisationsphobie!!!!!!!!
Das ist ein Wort, das ich gerne als Schirmwort benütze für eine Heerschar an verschiedenen Phobien, die sich im Islam manifestieren und beinhalten: Freiheitsphobie - Angst vor Freiheit, Furcht vor Wissen, Furcht vor Fortschritt, Furcht vor Sünde und vor eingebildeten Verbrechen, Furcht vorm Lächerlichgemachtwerden, Furcht vor neuen Dingen und Ideen, Furcht vor Fröhlichkeit - große Furcht, und die größte Furcht von allen natürlich: Gynophobie - Furcht vor Frauen.
Der Islam ist in Panik vor Frauen."
Hier gefunden: http://gegendenstrom.wordpress.com/2008/03/31/pat-condell-freiheitsheld/

Montag, 31. März 2008

Ökumenische Einsichten aus Göttingen und Duderstadt

In der Osterwoche hatte ich ein paar Tage frei. Ich habe diese Zeit genutzt, einen weißen Flecken meiner inneren Landkarte zu tilgen. Da es nur drei Tage waren, zog ich einen Kreis von 250 km rund um mein Haus, sah mir den Kreisinhalt an und fragte mich: Wat davon kennze nonich? Es wurde Göttingen. Eigentlich klingt der Name nach: „Da braucht man nicht hin.“ Und wirklich ist es auch keine Stadt, in der man eine ganze Woche verbringen muß. Aber an einem Tag hin, am zweiten die Stadt, am dritten ein Ausflug nach Duderstadt und eine Wanderung und am nächsten Tag wieder zurück – das lohnt sich schon.

Abends fuhr ich mit dem Auto in die Altstadt. Ich fand einen Parkplatz vor einem Etablissement, das mit einem Transparent mit der Aufschrift "Sexshop" um Kunden warb. Nicht daß ich ein solcher werden wollte. Es ist nur bemerkenswert, daß eine Schaufensteraufschrift die Branche des Ladens genauer als "Sexualwarenhandel" spezifizierte. An diesem doch nun wirklich schönen Wort merkte ich, daß ich offenbar in mitteldeutsch-lutherischen Gefilden gelandet war.

Göttingen hat einen recht großen historischen Stadtkern, in dem sich viel alte (Fachwerk-) Bausubstanz erhalten hat. Es ist auch viel Jüngeres dabei, die Nachkriegssünden halten sich in Grenzen. Ich interessierte mich natürlich für die Kirchen. Da Göttingen „Opfer“ der Reformation wurde, sind die alten gotischen Innenstadtkirchen lutherisch. Zum Glück hatte man sich nicht lange vor der Reformation in St. Jakobi und St. Albani kostbare Altäre angeschaft, die man nun beibehielt.

In St. Jakobi, an der Handelsstraße, einem Strang des Jakobsweges gelegen, mit einem mächtigen Turm, hat man in den 1990ern die Farbfassung der Rennaissance wieder hergestellt: eine surreale Wirkung! Der Hochaltar mit drei Seiten (werk-, sonn- und feiertags) ist eine Reise wert – vor allem für Mitglieder und Fans von Jacobus van Sternkamp.(Bild)

Die von der Lage her eigentliche Hauptkirche ist St. Johannis mit ostfälischem Westriegel. Innen leider recht leer geräumt. Neugotische farbige Reste im Chorraum lassen auf einen Bildersturm in den 1960ern schließen.

St. Marien, alte Deutschordenskirche, sieht mit seinem Betonglas von außen so aus, als ob einen im Inneren etwas Furchtbares erwartet. Aber dä! Alles wunderbare Neugotik – inclusive lutherischem Hochaltar.

St. Albani ist die alte Dorfkirche von Gutingi, der Siedlung, deren Name auf die neue Stadt übergegangen ist. Schöne Gewölbe mit Fresken und ein sehr qualitätvoller Tafelaltar.

An den (gegenüberliegenden) Rändern der Altstadt gibt es eine katholische (von Jesuiten betreut, mit gelbweißer Fahne zur Straße hin und furchtbarer "Osterkrippe") und eine barocke reformierte – ein in sich sehenswerter Raum, der allerdings einer Kirche wenig ähnelt und so deutlich macht, daß die Reformierten von den Lutheranern (ursprünglich) mehr unterscheidet, als die Lutheraner von den Katholiken.(Bild)


Duderstadt
ist ein Städtchen am Harz, an der alten (?) innerdeutschen Grenze. Ein langgezogener Markt, der sich nicht recht entscheiden kann, ob er eine Straße oder ein Platz sein will, bildet seine charmante Mitte. An seinen Enden liegen die beiden Kirchen: St. Servatius (lutherisch) und St. Cyriakus (katholisch).

St. Servatius ist nach einem Brand gelungen im Jugendstil ausgestattet worden.

Die Propsteikirche St. Cyriakus (Bild) bewahrt die Pracht der Jahrhunderte – vor allem der Gotik und des Barock – ein toller Raum.

In der Klosterkirche der Ursulinen (Bild) hat man bei der letzten Renovierung einiges gewagt: Edle (komplett neue) Ausstattung, Farbe, Gold, Radleuchter, chorige Anordnung des Gestühls. Die Wände sind mit nicht näher erkennbaren Heiligen bemalt: der Chor der unsichtbaren Kirche, der die sichtbare umsteht; dieses Motiv taucht im Radleuchter wieder auf. Leider steht der Altar ebenerdig. Dennoch - der Raum wirkt edel und würdig. Es scheint also auch hier in die richtige Richtung zu gehen.


Auf dem „Rückweg“ von Göttingen bin ich einen großen Umweg gefahren: ich wollte mir Marienstatt ansehen, ein Zisterzienserkloster im Westerwald. Die Renovierung der Kirche ist vor kurzem abgeschlossen worden. Man hat die mittelalterliche (zisterziensische!) Farbgebung wieder hergestellt (Bild). Der Hochaltar wird m.W. beim Konventamt (5.45 Uhr !) benutzt, die scheußliche Altarinsel für die „Volksmessen“ ist noch eine Reminiszenz an die 1970er.

War schön!

Donnerstag, 20. März 2008

Orgeldisposition

Dies scheint die ultimative Orgeldisposition zu sein. Nahe an den Menschen ...

Hurra, wir kapitulieren

Neues und Erhellendes von Hendrik M. Broder findet sich hier.

Dienstag, 29. Januar 2008

Fegefeuer für Pfarrer

Welche Qualen hält das Fegefeuer für Pastoren bereit?

- Sie stehen bis zum Hals im Geld, dürfen aber nicht zählen.